Himmel

Himmel
Himmel Sm std. (8. Jh.), mhd. himel, ahd. himil, as. himil Stammwort. Wie afr. himel, himul durch Suffix-Ersatz (oder Dissimilierung) aus älterem g. * himena- m. "Himmel" entstanden. Dieses zeigt sich in gt. himins, anord. himinn; während ae. heofon, as. he␢an das m dissimilatorisch zu v (stimmhafter bilabialer Reibelaut) weiterentwickelt haben. Der etymologischen Deutung stellt sich folgendes Problem entgegen: Die Bedeutung "Himmel" tritt in verschiedenen indogermanischen Sprachen bei Wörtern auf, die sonst "Stein" bedeuten - völlig sicher ist dies nur bei iranischen Wörtern (avest. asman- m. "Stein, Himmel", apers. asman- m. "Himmel"), bei der altindischen Entsprechung (ai. áśmā "Stein") ist es umstritten; die griechische Entsprechung (gr. ákmōn) bedeutet normalerweise "Amboß", doch fällt in der Theogonie des Hesiod (722) ein chálkeos ákmōn vom Himmel (ein "eherner Amboß" ? oder ein Meteorstein ?). Das germanische Wort für den Himmel entspricht diesen Wörtern in den Konsonanten, aber nicht im Vokalismus und in der Stellung des Wurzelvokals - allerdings taucht dasselbe Problem auch bei dem Wort Hammer auf, das mit einiger Sicherheit in diese Sippe gehört (und das diese Besonderheit auch im Slavischen zeigt). Bei diesem Stand der Dinge ist keine Sicherheit zu gewinnen, zumal der Bedeutungszusammenhang zwischen "Stein" und "Himmel" alles andere als klar ist (nach Maher eigentlich "Gewitterhimmel" im Gegensatz zu * djēu- "Taghimmel", benannt nach den "Donnerkeilen" = "Steinen", die aus ihm kommen, vgl. den Hammer des Donnergottes Thor, Ausgangsbedeutung wäre "scharf"). Andererseits ist eine Etymologie, die auf diese möglichen Zusammenhänge keine Rücksicht nimmt (und das Wort Himmel etwa zu ig. * ḱem- "bedecken" stellt) unbefriedigend, weil sie potentiell aufschlußreiche grundsprachliche Zusammenhänge außer acht läßt. Adjektiv: himmlisch.
   Ebenso nndl. hemel, ne. heaven, nisl. himinn; anhimmeln.
Fraenkel, E. ZVS 63 (1936), 183f.;
Schindler, J. Kratylos 15 (1970), 152;
Maher, J. P. JIES 1 (1973), 441-462;
HWPh 3 (1974), 1127-1130;
Maher, J. P. in McCormack/Wurm (1978), 85-106;
Maher, J. P. MQ 20 (1979), 161-163;
Darms (1978), 388-390;
Szemerényi, O. Studia Iranica 9 (1980), 5494;
Mayrhofer (1986ff.), 137f.;
LM 5 (1991), 22-24;
Röhrich 2 (1992), 714-718. gemeingermanisch iz.

Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache. 2013.

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  • Himmel [2] — Himmel, Friedrich Heinrich, geb. 20. November 1765 zu Treuenbrietzen im Brandenburgischen; studirte in Halle Theologie, widmete sich aber, vom König Friedrich Wilhelm II. als geschickter Klavierspieler unterstützt, in Dresden unter Naumann, dann… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Himmel [2] — Himmel, Friedrich Heinrich, Klavierspieler und Komponist, geb. 20. Nov. 1765 in Treuenbrietzen, gest. 8. Juni 1814 in Berlin, studierte in Halle Theologie, dann aber mit Unterstützung König Friedrich Wilhelms II. in Dresden unter Naumann Musik.… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon


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